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Liebe Lilly, wie du sch

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FELIZ NAVIDAD

Paula Modersohn-Becker sagte einmal "Weihnachten ist ein Fest für die Menschheit. Es kommt über einen und legt sich warm und weich auf einen und duftet nach Tannen und Wachskerzen und Lebkuchenmännern und nach vielem was es gab und nach vielem, was es geben wird." Nun ich habe hier in Spanien weder Tannen, noch Wachskerzen, noch Lebkuchenmänner. Eigentlich nur warme 21 Grad, den Duft nach reifen Orangen und Palmen, in denen die Papageien ihre Nester bauen. Fröhliche Weihnachten! Tatsächlich dachte ich Ende November noch, Weihnachten in Spanien bedeutet Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung. Jetzt, Ende Dezember, muss ich zugeben, schon lange nicht mehr so viel Weihnachten gespürt zu haben, wie hier. Nicht nur, weil die Stadtbeleuchtung der Wahnsinn ist, nicht nur, weil es in den Straßen nach gebrannten Nüssen der Straßenverkäufer riecht, nicht nur, weil die Straßenmusiker auf allen möglichen Instrumenten Weihnachtslieder anstimmen, oder es in den Geschäften Weihnachtsangebote gibt, auch nicht, weil ich die Ehre hatte, mit zwei kleinen Kindern Plätzchen zu backen, Adventskalender zu öffnen oder Weihnachtskonzerte zu besuchen, sondern weil ich Zeit hatte. So beschäftigt ich gewesen bin mit meinen täglichen Aufgaben, haben wir uns in meiner Gastfamilie doch jeden Abend Zeit genommen, um bewusst zur Ruhe zu kommen und uns klar zu machen, was Weihnachten eigentlich bedeutet. Es bedeutet, dass das Licht in unsere Welt gekommen ist. Gott ist Mensch geworden, um uns eine Beziehung mit ihm zu ermöglichen. Er hat aus Liebe seinen Sohn gegeben. Liebe ist das, was ich in den letzen Wochen und Monaten von allen Seiten erfahren durfte: meine Gastfamilie, die mich so herzlich aufgenommen hat, neue Freunde, die ich kennenlernen durfte und die meine Zeit hier so besonders gemacht haben, alte Freunde, die so liebevoll nach mir gefragt haben und vor allem meine Familie zuhause, die jeden meiner Tiefpunkte mitgemacht und weggetröstet hat, die mich unterstützt hat und obwohl kilometerweit entfernt, doch immer für mich da war. Liebe ist es, wenn ich sehe, wie Gott mich hier nach Spanien geführt hat, um sich mir zu offenbaren in Menschen, in seinem Wort und in seinen Wundern, die ich hier erleben durfte. Liebe ist es, wenn ich daran denke, dass heute Abend Menschen zu uns kommen, damit wir gemeinsam und niemand allein, dieses Fest feiern dürfen. Liebe ist es, wenn ich hier sitze, meinen Aufenthalt hier Revue passieren lasse und lächeln muss, weil es das war, was ich mir kaum zu hoffen wagte: Die beste, prägendste, aufregendste, spannendste, aufwühlendste, wundervollste und eindrücklichste Erfahrung meines Lebens. Weihnachten hängt also nicht davon ab, welchen Tannenbaum wir haben, wie viel Dekoration den Raum schmückt oder wie viele Weihnachtsmärkte wir besucht haben. Weihnachten beginnt im Herzen. Denn das Geschenk, dass Gott uns in Jesus gemacht hat, sollen wir von Herzen annehmen, und ich hoffe, dass du - lieber Leser - weißt, dass das dein Geschenk von Gott ist. Er wartet schon auf dich. Man merkt diesem Eintrag wohl schon an, dass es der letzte von mir sein wird. Denn nach Weihnachten ist es für mich an der Zeit, wieder heimzukehren in die Heimat. Wie ich bereits sagte: Wie schnell die Zeit manchmal vorübergeht ist eine verrückte Angelegenheit. Was bleibt mir also noch zu sagen? Ehrlich gesagt bin ich zum ersten Mal und ganz ehrlich nur eines: sprachlos. Es ist komisch, aber ich habe hier so viele unglaubliche, zauberhafte Dinge erlebt, die ich momentan gar nicht in Worte fassen kann. Ich habe Zeiten durchgestanden, die ich nicht einmal mit jemandem teilen will, jedenfalls noch nicht, weil es keiner nachempfinden könnte. Voller Dankbarkeit, Liebe und Staunen mache ich mich also auf den Weg nach Hause. Wieder mal heißt es Abschied nehmen, aber Abschied heißt ja bekanntlich etwas Neues kommt. Ich bin gespannt, wo die Reise diesmal hingeht. Also dann... Alles auf Anfang!
24.12.14 16:35


45 Tage später

Liebe Blogleser, Liebe Zufallsanklicker, Liebe Neugierigen, Liebe Gelangweilten und Liebe Schmökerfreunde, nach 45 Tagen Pause erwartet euch heute mein nächster Eintrag. Es ist schon wieder viel zu lange her seit meiner letzten Meldung, obwohl ich zugeben muss, dass das hier bereits der dritte Eintrag ist, den ich verfasse und auch hoffentlich veröffentlichen werde. Die letzten beiden wurden einmal für unbrauchbar befunden, weil der erste Post inhaltlich darin endete, dass ich mich gefragt habe, warum Starbucks den Double Chocolate Cookie nicht auch in Double Size anbietet (wobei mich das immer noch interessiert - ich sollte das unbedingt weiter verfolgen und dem Unternehmen vorschlagen) und der andere leider durch einen Computerabsturz verloren ging. Danach habe ich mir 20 Tage Zeit genommen, um mich abzureagieren und hier ist er also: 45 Tage später der Blogeintrag, in dem sich alles um das Leben in Spanien dreht - weil ich darin jetzt tatsächlich angekommen bin. Was also habe ich die letzten Wochen so erlebt? Besser ist die Frage: Wo fange ich an? Am besten mit meinem Kurztripp nach Ronda, einer kleinen Stadt 2 Stunden von Málaga entfernt. Gemeinsam mit Jenny und Rachel hab ich mich auf den Weg gemacht, um dort die Zeit in einem Wahnsinns-Apartment mit Blick über die berühmte Stadtbrücke, Pancakes, spanischen Restaurants, Wanderungen, Weinabenden, Relax-Zeiten, Teepartys und Shoppingstouren zu genießen. Wow, das waren jetzt 3 Tage in nur einem Satz zusammengefasst. Hätte ich diesen Blogeintrag 20 Tage früher geschrieben, hätte ich an dieser Stelle noch so was erwähnt wie 'Es war schön, endlich mal wieder nasses Gras, Regen und Kälte zu spüren', aber da gab es noch nicht den Kälteeinbruch hier in Málaga, dazu später mehr. Eines muss ich aber tatsächlich noch hinzufügen: Es waren die absoluten Highlight-Tage meines Aufenthaltes in Spanien. Ich bin froh, in Jenny und Rachel zwei herzensgute, liebenswerte Freundinnen gefunden zu haben, die ich in Deutschland sehr vermissen werde. Mit ihnen verbringe ich jetzt öfter meine freie Zeit, auch wenn davon momentan nicht mehr ganz so viel übrig ist, weil ich sehr viel bei den Kindern bin. Mittlerweile haben diese sich sehr an mich gewöhnt, Julika ist sowas wie meine beste Freundin und Emma ein wahrer Sonnenschein, allerdings sind beide zu schwer, um sie im Handgepäck mitschmuggeln zu können, wenn es für mich wieder zurück nach Deutschland geht. Die zwei sind mir wirklich ans Herz gewachsen, genau wie der Rest der Familie. Ich fühle mich wirklich wohl und je näher der Abschied rückt, desto mehr merke ich, wie sehr mich diese Zeit in einer anderen Familie schon bewegt, verändert und beglückt hat - und wie schwer es wird, wieder in das alte Leben zu schlüpfen. Es wird ungewohnt sein, wieder nach einer Uhr zu leben, die Hektik in Deutschland zu ertragen und damit ein anderes Zeitgefühl zu erlangen. Es wird ungewohnt sein, Pläne zu machen, die auch eingehalten werden, keine Nummern ziehen zu müssen, wenn ich zum Bäcker gehe oder keine Besitos zu verteilen. Mir werden die Churros fehlen, die Tacos und die Brötchen mit Tomaten, Olivenöl und Salz zum Frühstück. Es wird ungewohnt sein, nicht in einer Großstadt zu leben. Aber am herausfordensten wird es wohl, sich nicht wieder verändern zu lassen, nicht zu vergessen, was ich hier an Herausforderungen erlebt und so gut es ging gemeistert habe. Herausforderungen wie das Loslösen von Zuhause, das Abgeschnittensein vom Geschehen daheim, das Alleinsein in der Fremde und das neue Leben mit neuen Sitten. Ich erlebe hier Dinge wie Ronda, Ausflüge zu den Seen, in die Berge, zum Lichterfest, Museen, Besichtigungen, Marbella-Besuche, Strandtage, oder einfach Menschen, sodass ich manchmal versuche all diese Eindrücke in meinem Kopf zu ordnen, sie auf mich wirken zu lassen und sie dann irgendwie festzuhalten, als das was sie sind: Glücksmomente. Als könnte ich sie in ein Glas zu packen und aufzuheben für später, wenn ich wieder daheim bin. Wenn ich dann an mir zweifle oder wenn es mir dann nicht gut geht, dann würde ich gerne dieses Glas öffnen und Glückseligkeit einatmen. Aber es ist nicht nur Glückseligkeit. Diese ist nur ein Resultat aus unglaublicher Dankbarkeit. Dankbarkeit für all das, was ich hier erleben darf. Und noch größere Dankbarkeit ist es, wenn ich bedenke, dass Gott mich ausgesucht hat und mir das hier schenkt, um mir klarzumachen, wer er ist und was es heißt, an ihn zu glauben. Wie ich bereits in meinem allerersten Blogeintrag geschrieben habe, bin ich mit dem Ziel hierhergekommen herauszufinden, wer ich eigentlich bin und wo ich mit mir hinwill. Es gab und gibt so viele Menschen in meinem Leben, die mir versuchen zu sagen, wer ich bin. Jeder der mich kennt, kann mir eine andere Antwort auf diese Frage geben. Nur welche davon stimmt? Welche ist die richtige, die wahre und die echte Antwort? Am Anfang dieses Aufenthaltes kam ich genau zu dem Punkt und ich hab mich zurückgezogen, vielleicht kam auch deshalb solange kein neuer Eintrag von mir. Ich habe mich zurückgezogen, auch indem ich weniger mit Menschen in Deutschland Kontakt hatte, um in mich zu gehen und zu hören, was da ist und wer ich bin, aber alles was ich gehört habe, war das Gleiche, was von außen auf mich eindrang. Nach und nach wurde mir klar, dass ich eine Antwort nicht unabhängig von anderen finde. Ich brauchte erst eine Begegnung mit einem Gegenüber, um zu meinem wahren Ich zu finden. Doch wer sollte das sein? Jemand, der mir nichts falsches einredet, der wahrhaftig ist, ehrlich, und mich nicht falsch prägt, schließlich ging es um meine Identität. Und auf meiner Suche nach solch einer Person, deren Meinung ich mehr schätze als andere, mir wichtiger ist, als alles was ich sonst höre, kam ich auf Gott. Ich stellte ihm also die Frage: Wer bin ich? Und die Antwort lautet: Sein Ebenbild. Ich bin von ihm geliebt - das bin Ich. Je mehr ich also Ich bin, desto näher bin ich Gott. Sein Ebenbild zu sein umfasst sein Kind zu sein, geliebt zu sein, eine Bestimmung auf der Erde zu haben und einen Sinn in meinem Leben und in meinem Ich ihn zu erkennen. Bleibt die Frage wohin es mit mir gehen soll. Die Antwort: an Gottes Hand Richtung Ewigkeit. Auf welchem Weg? Geplant ist die Route Germanistik-Studium... aber gerade bin ich noch in Spanien und hier werden kein Pläne für die Zukunft gemacht. Hier zählen die nächsten 24 Stunden und die verbringe ich mit dicken Pullis, Wollsocken, Tee und Fleece-Decke, weil der vorhin bereits erwähnte Kälteeinbruch die Stadt in Wintergefühle gestürzt hat. Leider ist das Haus sehr schlecht isoliert, weshalb die Kälte auch im Haus Einzug gehalten hat. Ich glaube trotzdem Kälte ist mir lieber, als die furchtbare Hitze des Sommers. Vor allem weil bald die Weihnachtszeit losgeht. Wie das so wird hier.. das erwartet euch beim nächsten Eintrag: Weihnachten in Málaga. Danke, dass du das hier bis zum Ende gelesen hast. Ich freu mich, auch mal was von dir, lieber Leser, zu hören! Besitos!!
11.11.14 21:57


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