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Liebe Lilly, wie du sch

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Oh Darling, don't you ever grow up..

Ich gebe zu, mein Laptop-Passwort bisher war folgendes: Peter Pan. Bestimmt, weil ich den Schauspieler von Peter im Film ziemlich gutaussehend fand, aber vor allem, weil mich dessen Geschichte beeindruckt hat, auch wenn ich bis heute nicht verstehe, wie Wendy Erwachsen-Werden dem ewigen Kind-Sein im Nimmerland vorziehen konnte. Denn manchmal wünschte ich, Peter Pan würde an meinem Fenster sitzen, mich mit erwartungsvollem Blick anschauen und an der Hand fassen, um mit mir davonzufliegen. Dahin, wo es keine Verantwortung, keine Verpflichtungen oder Finanzielles, das man regeln muss, gibt. Aber Peter Pan ist nur eine Erfindung von einem Menschen, der genau wie alle anderen erwachsen werden musste. Und wenn ich die kleine Julika sehe, wie sie Schuhe ihrer Mama anzieht und unbedingt groß sein will, dann frag ich mich, was eigentlich so toll am Erwachsen-Sein ist, dass alle danach streben. Jeder will unabhängig und "groß" sein, aber kaum jemand ist zufrieden, wenn er es dann tatsächlich ist, im Gegenteil: dann will jeder nochmal jung sein. Ist da nicht irgendwas verkehrt in unserer Denkweise? Ich wollte eigentlich nie erwachsen sein, umso schlimmer war es, hier festzustellen, dass ich es bereits bin. Ich lebe hier, allein und irgendwie unabhängig und bin tatsächlich erwachsen geworden. Da gibt es Sorgen, Probleme, Verpflichtungen und Verantwortung, vor allem für die Fehler, die ich mache. Aber auch wenn ich Fehler mache, eines habe ich nie verloren: die Erinnerung an eine wundervolle Kindheit. Daran, wie mein Kinderzimmer aussah oder wie Mamas Schritte auf der Treppe klingen. Wie ich morgens vor der Schule in meinem Schlafanzug vor dem Spiegel getanzt habe oder wie gerne ich auf Papas Schoß saß. All diese Erinnerungen machen mich heute zu dem, was ich bin und zeigen mir, dass ich tatsächlich jeden Moment gelebt habe. Und das ist es, was ich wirklich will und wonach glaube ich alle irgendwie streben: Leben. Aber ich will nicht nur den Tag überleben, um auf ein besseres Morgen zu hoffen. Ich will leben, wirklich und wahrhaftig. Aber das kann ich nur, wenn ich wieder Kind werde: Unbekümmert, unbeschwert und verrückt. So wie man als Kind eben ist und all das sein, was uns wünschen lässt, wieder Kind zu sein. Aber wie wird man wieder so sorglos? Wie vergisst man all das, was einen im Leben schon verletzt und gezeichnet hat? Ganz einfach: man braucht einen Ort, wo man alles abladen kann. Wo man sich selbst sein kann, ohne Maske, die man in einer Gesellschaft von Erwachsenen oft trägt, um sich anzupassen und dazuzugehören. Ein Ort, an dem man vertrauen und lieben kann, aus tiefstem Herzen, ohne Angst haben zu müssen, enttäuscht zu werden. Und dieser Ort ist Gott. Er ist der Vater, wir die Kinder. Und wenn ich Emma beim Schlafen zu sehe, und spüre wie sie ihre kleinen Hände um meinen Finger geschlungen hat und ihren Kopf an mich lehnt, und wenn ich sehe wie ihre Lider zucken, weil sie träumt und ich sie in den tiefen Schlaf wiege, dann wird mir klar, wie sehr ich ihr wünsche, dass sie niemals verlernt so zu sein, so klein und unbeschwert, immer am lächeln und so voller Liebenswürdigkeit, ohne Fehler und ohne Narben. Aber vor allem merke ich, dass genau wie ich auf Emma schaue, auch Gott auf mich sieht und mir Sorgen abnehmen, Narben heilen und Schuld vergeben will. Und es mag paradox klingen, aber ich glaube ich habe meinen Peter Pan gefunden. Nicht am Fenster, aber in Gott. Und er nimmt mich mit auf die Reise zu sich, wo ich Ich sein kann, wo ich lebe ohne mich um morgen sorgen zu müssen, ganz einfach weil er für mich sorgt. Ich glaube niemand will erwachsen werden, aber vielleicht müssen wir das auch gar nicht, weil es einen gibt, bei dem wir immer Kind sein dürfen, der es sich sogar wünscht, dass wir es sind. Und mir ist egal, was morgen oder nächste Woche ist. Ich lass es auf mich zukommen und genieße jeden einzelnen Tag hier, so wie er kommt, weil Gott ihn mit mir durchlebt, er mich liebevoll ansieht und in den Armen hält. So wie ich Emma. Und so wie er auch dich hält.
3.9.14 01:03


Leben leben

Eigentlich wollte ich euch mal wieder up-to-date bringen und erzählen, was ich so mache, aber mittlerweile passiert hier jeden Tag so viel, dass ich mit dem Schreiben kaum hinterher komme. Da wären zum Beispiel Ausflüge zum See, ins Hinterland Málagas und in die Berge, Essenseinladungen in spanischen Familien aus der Gemeinde oder einfach nur das Abhängen mit neuen Freunden. Aber das alles im Detail zu beschreiben würde euch glaube ich ziemlich langweilen. Deshalb fasse ich mich kurz und schreibe euch einfach, dass ich immer mehr ein typisch spanisches Leben lebe, mit allem was dazu gehört: Siesta, gemütlichem Beisammensein und plaudern. Und ich plaudere so viel wie nie, mit dem netten Herrn aus der Bibliothek, dem Gemüsemann von nebenan oder dem Moderator aus der Gemeinde. Mittlerweile befinde ich mich in der 3. Woche hier und bin davon ausgegangen, dass ich ab Woche 3 Heimweh bekomme, aber dem ist definitiv nicht so. Und das ist wirklich verrückt irgendwie und vor allem unglaublich, wie sehr ich mich schon eingelebt habe. Es kommt mir vor als sei ich bereits ein volles Mitglied der spanischen Gesellschaft, so bescheuert das klingen mag. Und das Gute ist, dass ich weiß, bei wem ich mich dafür bedanken muss. Natürlich zunächst bei all denen, die zuhause für mich beten, aber vor allem bei Gott selbst, dass er mir solch eine Zeit schenkt, in dem ich ihn so viel besser kennen lerne als zuhause, einfach weil ich hier viel mehr auf ihn angewiesen bin in allem. Natürlich bin ich gerade weil ich christlich erzogen wurde schon immer irgendwie gläubig gewesen und ich habe es mit Jesus probiert, aber es mit Jesus zu probieren und festzustellen, dass es vielleicht nicht klappt, das klingt, als sei er ein Pullover den man anprobiert. Aber er ist kein Pullover. Er ist keine 'Sache', die man probiert. Denn Glaube mal auszuprobieren kommt 'Religion' ziemlich nahe und Religion ist das Zeug mit Gott, allerdings ohne Gott drin. Religion ist nur die Schale. Ein Leben mit Jesus zu führen ist nicht, sich von 0 auf 100 zu verändern und ab jetzt alles besser zu machen. Es ist nicht, dass man von nun an ein heiliges Leben führt, damit man dann von Jesus dafür geliebt wird. Ein Gläubiger zu sein ist einfach nur das: zu glauben. Und glauben bedeutet ihm zu vertrauen und alles in Gottes Hand abzugeben. Es meint, Jesus als den Erlöser anzusehen, der durch sein Tod am Kreuz Vergebung möglich gemacht hat. Niemand ist frei von Schuld und zu glauben macht mich nicht zu einem besseren Menschen als Nichtgläubige es sind. Ich mache genau die gleichen Fehler, aber ich weiß, wo ich mit dieser Schuld hin kann. Ich weiß, dass Gott mich nicht liebt, weil ich frei von Schuld bin und ein heiliges Leben führe, sondern er liebt mich einfach so, bedingungslos, weil er mich ja so gemacht hat, wie ich bin. Und er sieht wie ich Fehler mache, steht aber mit offenen Armen da, um mich aufzufangen, um zu vergeben und nochmal von vorne mit mir anzufangen. Es ist, als hätte er mir mit Málaga einen Reset-Knopf geschenkt für mein altes Leben und jetzt beginnt es von vorn. Mehr mit ihm. Und ich wünsche euch Lesern sehr, dass ihr ihn genauso entdeckt, wie ich es hier mit ihm getan habe. Denn ich glaube, tief im Innern hat jeder Mensch die Sehnsucht nach mehr, die Sehnsucht nach Liebe. Und wer könnte die besser stillen, als die Liebe selbst? Und Gott ist Liebe.
25.8.14 15:56


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