Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback
   13.08.14 22:48
   
Hört sich panik
   13.08.14 22:50
   
Hört sich panik
   13.08.14 22:53
   
--Edit Fie
   13.08.14 22:56
   
--Edit Fie
   13.08.14 23:20
   
   30.08.14 22:14
   
Liebe Lilly, wie du sch

http://myblog.de/holamalaga

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Traditionen

Im Duden wird eine Tradition als etwas beschrieben, das herkömmlich und althergebracht und schon immer in einer bestimmten Art und Weise getan wurde. Ich denke, das trifft das Thema meines heutigen Eintrages ganz gut. Denn heute soll es nicht um Malaga selbst oder um meine Lebensgestaltung hier gehen, sondern um die Menschen, die Málaga eigentlich ausmachen. Um all die Spanier und wie sie hier leben und wie ich ihr Leben erlebe und irgendwie auch anfange, mich dieser Lebensgestaltung anzupassen. Wie also sind die Spanier? Die Antwort, die ich auf diese Frage gefunden habe, soll keinesfalls reduzieren oder festnageln, sondern vielmehr meinen Eindruck an euch weitergeben, damit ihr euch vorstellen könnt, wie es ist hier zu leben. Und der Unterschied zwischen einem Leben hier und einem Leben in Deutschland ist so viel mehr gravierender, als ich es gedacht hätte. Ich dachte gleicher Kontinent, gleiche Lebensweise, aber dem ist ganz und gar nicht so. Heute kommt es mir eher so vor, als hätte ich nicht nur Deutschland verlassen, sondern auch eine komplett andere Sphäre mit anderer Zeitrechnung. Denn hier beginnt der Tag grundsätzlich erst gegen 9 oder eher 10 so richtig. Hier ist auch nichts pünktlich. Wo die Spanier kein Geld haben, haben sie Zeit und das macht sich in allem bemerkbar: egal ob man auf den Bus warten muss oder auf seine Verabredung im Café. Das kann zwar nervig sein, aber oft auch dem eigenen Vorteil dienen, falls man es mal wieder nicht schafft - so wie ich des Öfteren - mit allem rechtzeitig fertig zu werden. Warten macht den Spaniern also nichts aus, deutlich wird das auch in ihrem Nummer-zieh-System in vielen Einrichtungen. Egal ob Post, Bank, Metzger oder Friseur: Überall muss man als Kunde eine Nummer ziehen und warten, bis diese aufgerufen wird und man an den Schalter kann. Erst letztens wartete ich auf der Post eine Stunde bis meine Nummer endlich an der Reihe war. In einem Wartesaal mit ca. 20 anderen Personen, was mir das komische Gefühl gab, als säße ich in Deutschland in einem Jobcenter. Dabei wollte ich nur ein Geburtstagsgeschenk an meine Oma abschicken. Doch selbst wenn man keine Nummer ziehen muss, werden Warteschlangen strikt eingehalten. Wer zuletzt kommt drängelt nicht, im Gegenteil. Er fragt höflich wo sich das Ende der Schlange befindet und schließt sich diesem an. Sogar bei öffentlichen Veranstaltungen, wenn es um die besten Plätze für all die geht, die es zuerst in den Saal schaffen, stellen sich alle in einer Reihe auf. Wo in Deutschland also Menschen zu den wildesten Ellenbogen-Kämpfern werden, um ja noch den guten Platz ganz vorne zu bekommen, gibt man sich als zuspätkommender Spanier seinem Schicksal hin und knackt seine gesalzenen Sonnenblumen-Kerne gemütlich weiter - ohne ein schlechtes Wort zu verlieren. Und an Worten fehlt es den Spaniern eigentlich ganz und gar nicht. Sie reden ohne Punkt und Komma mit solch Temperament und Gesten, wie sie sie kaum ein anderes mir bekanntes Volk verwenden. Wenn die Putzfrau im Hausflur grüßt, dann klingt das fast wie ein Urschrei der alten Höhlenmenschen, und sicher nicht nur, weil die Wände hier so hallen. Aber Begrüßen ist hier sowieso ein feierlicher Akt. Dieser wird vollzogen durch zwei Besitos, das sind Backenküsschen. Bisher ist mir allerdings noch unklar, ob diese Tradition der Freundlichkeit halber herrührt, oder aber ob die alten Männer hier einfach froh sind, von jungen Damen unter dem Vorwand der Tradition ein Küsschen zu bekommen. Ich tendiere zu Letzterem. Doch ganz egal, welche Eigenheiten das spanische Volk besitzt, eines wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben: Sie sind warmherzige, offene, optimistische Menschen, die das Leben nehmen wie es kommt und sich deutlich weniger sorgen, als es manch Deutscher tut. Ob das gut sein mag, sei dahingestellt, doch es bringt eine unglaublich friedliche Atmosphäre mit sich, die einem beruhigend klar macht, dass alles irgendwann gut werden wird. Wahrscheinlich fühle ich mich genau deshalb hier so wohl und freu mich auf das, was die Zukunft bringt. Auch wenn ich dafür wahrscheinlich noch zig Male Nummer ziehen vor mir hab.
21.8.14 22:04
 
Letzte Einträge: Leben leben , Oh Darling, don't you ever grow up.. , Ein bisschen Poetry, weil Amerika mit mir das Einmonatige feiert. , 50 Tage Málaga, 45 Tage später , FELIZ NAVIDAD


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung